Sonntag, 3. Juli 2011
Tag in Quito
Heute war ich zum ersten Mal richtig in der Stadt unterwegs. Mit einem Stadtplan bewaffnet war die Orientierung ein Kinderspiel.
Allerdings kann man nicht behaupten, dass die neuen Stadtteile Quitos besonders schön sind: Im Gegenteil: Bis auf wenige Hotels ist alles sehr heruntergekommen.
Sehr interessant ist die Tatsache, dass jedes auch noch so kleine öffentliche Gebäude seinen eigenen Wachdienst (schwer bewaffnet) hat. Soviel zum Thema „Kriminalität in Quito“…
Als Fußgänger sich auf Quitos Straßen zu bewegen ist auch ein sehr interessantes Unterfangen: Zum Beispiel muss man sich die auf die Straße aufgemalten Zebrastreifen radikal wegdenken, denn die existieren in den Köpfen der Autofahrer (teilweise sogar in denen der Polizei !) einfach nicht.

Abgesehen von der Schönheit und Größe der Stadt erinnert Quito einen doch ein bisschen an Zermatt: Egal in welchem Teil der Stadt man sich befindet ist man von Bergen umgeben.
Anhand des Baumbewuchses, der sich bis jenseits der 3000 m Marke erstreckt, kann man das viel mildere Klima hier am Äquator erkennen. Das Klima ist in der Tat sehr angenehm: Viel Sonne, ab und zu Wolken (selten Regen) und das bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad. Idylle pur- könnte man meinen. Allerdings sind Katalysatoren oder besonders Rußpartikelfilter (die bei den vielen alten Bussen äußerst notwendig wären) hier leider noch nicht erfunden und so hält man sich nicht länger als nötig in den Hauptstraßen auf…

Langsam füllen sich hier die Zimmer in meiner Unterkunft: Mittlerweile wohnen hier zwei amerikanische und 2 schweizer Touristen- zum Glück kommen die Schweizer aus der deutschsprachigen Schweiz…

Hier der Link zur Website von meiner Gastfamilie:
http://www.ceciliarivera-hospedaje.com/index.php

Quito bei Nacht

Quito bei Nacht

billig aber effizient^^

einfach aber effektiv^^

Die Kinderkrebsklinik "Baca Ortiz"

Die Kinderkrebsklinik "Baca Ortiz" (das rote Gebäude)

Mittagessen mit Blick auf die zukünftige Arbeitsstelle

Mittagessen mit Blick auf die zukünftige Arbeitsstelle

nochmal Baca Ortiz

nochmal Baca Ortiz






Busfahren in Quito
Heute stand ein unspektakulär klingendes Unterfangen auf dem Plan, das sich aber später als sehr interessant herausstellen sollte: Eine Busfahrt ins 10 Kilometer entfernte Tumbaco.


Das Bus-System in Quito weist doch ein paar erhebliche Unterschiede zu Deutschland auf: Das fängt schon an der Haltestelle an, an der man einen Fahrplan oder Fahrkartenautomat vergeblich sucht. Somit beschwert sich auch keiner über irgendwelche Verspätungen- denn die gibt es nicht. Man nimmt einfach den nächsten Bus, der kommt. Dank der nicht vorhandenen Fahrkartenautomaten erspart man sich weiterhin das frustrierende Navigieren durch unverständliche Automaten-Menüs mit ihren diversen Preisklassen & Co- man steigt einfach ein. Wobei „einfach“ in 90 % der Fälle nicht der Wahrheit entspricht. Denn die Busse fahren generell mit offenen Türen, d.h. an jeder roten Ampel, im Stau oder wenn der Bus einfach nur langsam fährt, kann man ein-und aussteigen. Entsprechend wenige Haltestellen gibt es im Stadtgebiet. Und stehen an einer Haltestelle keine großen Menschenmassen oder ältere Leute, hält der Bus auch nicht an, sondern man muss sehen, wie man im Fahren in den Bus hineinspringt.

Das Bus- Personal besteht aus dem Fahrer und einem Kassierer.
Bezahlt wird dann erst beim Ausstieg. Dazu steigt man generell vorne aus und drückt dem Kassierer das Kleingeld in die Hand. Und man bezahlt in der Tat nur mit Kleingeld: Die Reise von Quito nach Tumbaco, die über eine halbe Stunde gedauert hat, hat mich weniger als einen $ gekostet.
Durch das geschickte System des Ein-und Aussteigens und dem enorm heißen Reifen, den die Fahrer fahren (auch wenn der Bus bis an die Oberkante voll ist), kommt man viel schneller an, als in Deutschland.

In Tumbaco haben wir dann noch einige Freunde der Gastfamilie besucht und dann ging es schon wieder Richtung Quito zurück.