Im Endeffekt habe ich mich dann doch für die Kirche „San Francisco“ entschieden.
Doch es war gar nicht so einfach, einen Platz in der Kirche zu finden. Da die Messen stündlich stattfanden, versuchten innerhalb der 10 Minuten ohne Gottesdienst, tausend Menschen aus und wieder tausend andere Menschen in die Kirche zu gelangen.
Kaum hatte man Platz genommen, begann auch schon die Messe. Der Pfarrer zog zum sechsten Mal an diesem Tag in die Kirche ein. Doch anstatt feierlicher Orgelmusik erklang aus Lautsprechern heitere Jahrmarktmusik und die gesamte Gemeinde begann, im Takt zu klatschen- etwas befremdlich.
Dann nahm die Messe ihren gewohnten Verlauf, doch Orgelmusik bekam man die gesamte Zeit über nicht zu hören; stattdessen folkloristische Musik mit Gitarre, Keyboard und Schlagzeug (ein bisschen wie unsere neuen geistlichen Lieder in Deutschland).
Sehr erstaunlich war auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der Kirche: Auf eine ältere Person kam mindestens ein Kind.
Auch bezüglich der Fürbitten herrschten hier andere Sitten: Anstatt von einem Lektor zentral vorgelesen, wurden diese hier- improvisierend und ohne das vorher abgesprochen zu haben- abwechselnd von irgendeinem Mensch aus der Gemeinde vorgetragen (die Fürbitten standen nämlich auf dem Liedblatt, das vor der Messe an jeden ausgeteilt wurde).
Nach einem Stadtbummel (hier haben nämlich sonntags die meisten Geschäfte geöffnet) ging es dann auch schon wieder nach Hause.