Reiseroute Tag 3
florian.graw am 28. Juli 11
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Galapagos Tag 3
An diesem Morgen machte sich wieder unsere geringe Gruppengröße und der erfahrene Guide bezahlt: Als ich schlaftrunken an Deck kam, lagen wir vor der malerischen Kulisse des Pinnacle Rock- dem Ort an Galapagos, an dem man unbedingt gewesen sein muss.
Wir beeilten uns mit dem Frühstück, denn laut Führer sollte in einer Stunde ein riesiges Boot mit hunderten Touristen ankommen. Außerdem prophezeite er uns, dass spätestens ab 10 Uhr auch die letzte Wolke verschwinden sollte. Unsere Kleingruppe setzte schon bald auf die Isla Bartolomé über und dank unserer Größe sahen wir wirklich viele Tiere in der kargen Mondlandschaft.
Über einen Steg (der uns davor bewahrte in 50 cm tiefen Staub einzusinken) erklommen wir nach und nach den Gipfel des Vulkans, der die kleine Insel vor Jahrmillionen geformt hat.
Nur vereinzelt sahen wir kleine Kakteen- erstaunlich, dass in dieser Landschaft überhaupt Leben möglich ist.
Obwohl die erkaltete Lava schon mehrere Millionen Jahre alt war, hatte es an vielen Stellen den Anschein, als wäre die gestern noch geflossen: Überall sah man die Kanäle, die die Lava beim Herabfließen geformt hat- und das nach so vielen Jahren; wirklich erstaunlich!
Beim Abstieg von der Insel bestätigten sich die 20 Jahre Berufserfahrung unseres Guide: Uns kam eine Horde Touristen entgegen. Und als wir per Beiboot zum Schiff übersetzten, kam auch noch die Sonne raus!
An dieser Stelle möchte ich noch mal betonen, wie viel Glück unsere Gruppe hatte: Der Führer kannte sich genial gut aus und wir verhielten uns immer antizyklisch zu den großen Touristenmassen, sodass wir immer die Insel für uns hatten.
Bei schönstem Sonnenschein starteten wir dann unsere erste Schnorchelrunde des Tages. Hier konnte ich zum ersten Mal die Galapagos-Pinguine beobachten. Diese Exemplare sind bei weitem nicht so groß wie die Exemplare der Antarktis- allerdings sind die uns unter Wasser immer wieder entwischt.
Wir schwammen in einem Halbkreis um den Pinnacle Rock herum. Unter einer Felsspalte meine ich sogar einen kleinen Hai gesehen zu haben- ich wollte mich dem dann aber nicht nähern, um meine Theorie zu überprüfen- vor allem weil ich mir während der Expedition auf dem Vulkan eine kleine blutende Wunde am Fuß zugezogen hatte…
Um uns von den Strapazen unserer Vulkanbesteigung zu erholen, machten wir nach dem Mittagessen, vor dem Pinnacle Rock liegend, Siesta.
Unsere nächste Insel lag in Sichtweite des Pinnacle Rock- es war wieder die Insel Santiago.
Diesmal allerdings auf der gegenüberliegenden, der östlichen Seite- auch Sullivan Bay genannt. An diesem Strand ist seinerseits auch Darwin gelandet. Er beschreibt den Strand als einen traumhaften Sandstrand. Als wir allerdings auf der Insel landen, sehen wir eine riesige, schwarze und vor Hitze flimmernde Lavawüste.
Vor ca. 100 Jahren kam es hier nämlich zu einer Eruption eines Unterwasservulkans, der den schönen Strand und 90% der dort ansässigen Leguane vernichtete. Wir hatten nun die Möglichkeit, diese frische Lava zu betreten. In Sichtweite konnten wir einen schon älteren Vulkan erblicken (mehrere Millionen Jahre alt), dessen Lavaschichten sich durch Erosion braun gefärbt hatten.
Auf einmal gab es eine markerschütternde Explosion und wir konnten zusehen wie sich innerhalb weniger Sekunden ein kleiner Krater bildete, aus dem sich schwarze Lava in Richtung unserer Gruppe ergoss. Leider hatte ich nicht mehr die Zeit, wegzurennen und wurde förmlich überrollt.
Mehrere Stunden später fuhren wir mit unserem Boot zur nächsten Insel, die wir am nächsten Morgen besichtigen sollten. Während wir so dahintuckerten, sprang plötzlich eine Gruppe Delphine neben unserem Boot her.
Unsere Gruppe

florian.graw am 27. Juli 11
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Galapagos Tag 2
Noch beduselt von dem ganzen Geschaukel kam ich am nächsten Morgen an Deck und war gespannt was ich sehen würde- wir ankerten vor einer kleineren Insel im blauen Wasser- die letzten Wolken der Nacht waren auch gerade dabei, sich zu verziehen. Aber genauso entdeckte ich einen sehr gut gedeckten Frühstückstisch- und schlug erst mal kräftig zu. Kurze Zeit später setzten wir per Beiboot auf die Insel Rábida über.
Dort konnten wir einer Seelöwenkolonie am Strand beim Schlafen zusehen.
Landschaft der Insel Rábida
Unser Boot
Pelikane gibt es hier übrigens auch…
Wir unternehmen noch eine Wanderung über die Insel und hatten dann am dortigen Strand unsere erste Schnorcheltour. Vom Beiboot aus ließen wir uns in das warme Wasser fallen und beobachteten die vielen Seesterne und bnuten Fische am Grund- ein Fisch, der Regenbogenfisch gefiel mir besonders.
Hier hatte ich die Gelegenheit, meine ersten Bilder mit meiner Unterwasserkamera zu machen. An dem Tag vor meiner Abreise habe ich in Quito verzweifelt versucht, ein solches Exemplar aufzutreiben. Aber in keinem Laden in Quito- nicht einmal in den großen Kaufhäusern- gab es eine. Kaum bin ich an meinem ersten Tag in Puerto Ayora, werde ich von den Standbesitzern nur so mit Einmal-Unterwasserkameras beworfen!
Morgen werde ich sie entwickeln lassen- ich hoffe, die Bilder sind einigermaßen gelungen. Sobald die Photos digitalisiert sind, werde ich auf einer gesonderten Seite nur diese Bilder zeigen…
Weiter ging es zur nächsten Insel, der Isla Santiago- dort zu einer Bucht namens Puerto Egas.
Während der Fahrt sahen wir an der Wasseroberfläche einen riesigen Rochen mit über 2 Metern Schwingenbreite- vielleicht sogar einen Manta…
Auf der Insel unternahmen wir eine Strandwanderung auf dem pechschwarzen Sand und beobachteten die Marinen Leguane. Diese Leguane sind super Modells, denn sie bewegen sich nicht- auch nicht wenn man sich ihnen auf 20cm nähert- und pennen den ganzen Tag in der Sonne. Auf dem schwarzen Sand ergab sich allerdings das Problem, dass man die ebenfalls schwarzen Tiere sehr leicht übersieht. Und so hätte ich fast den Genpool der Leguane um ein Paar Individuen verkleinert…
Das Mittagessen nahmen wir im schönsten Sonnenschein mit Blick auf die Bucht ein.
Dann ging es zum zweiten Mal an diesem Tag zum Schnorcheln. Diesmal entdeckte ich mehrere Riesen-Unterwasserschildkröten, die ich gleich verfolgte. Mit meinen Flossen hatte ich keinerlei Probleme, die Schildkröten einzuholen -und ich konnte sie sogar streicheln, so nah war ich.
Kurze Zeit später befand ich mich mitten in einem riesigen Fischschwarm. Total in Gedanken betrachtete ich die schönen bunten Tiere und dachte an nichts Böses, als plötzlich einen halben Meter unter mir ein riesiges Tier vorbeischnellte- ich zuckte zusammen. Auf einmal noch eines, was so dicht über mir entlang schwomm (ich war mittlerweile untergetaucht), dass es mir fast den Schnorchel wegriss. Voll in Panik, versuchte ich diesen Monstern zu entkommen, bis mir auffiel, das die Tiere jagende Seelöwen waren- die jagten zum Glück nicht mich, sondern nur den Fischschwarm, in dem ich mich befand. Auch den Seelöwen konnte man sich so sehr nähern, dass man sie berühren konnte und mit ihnen um die Wette schwimmen konnte.
Und wieder glitt unter mir eine Wasserschildkröte majestätisch durchs Blau- dieses Tier hat mir von allen Lebewesen auf Galapagos am besten gefallen.
Schon war der Abend hereingebrochen und wir machten uns auf die mehrstündige Schifffahrt zur nächsten Insel: Jetzt war die Stunde gekommen, wo man auf dem Deck relaxen konnte, die vorbeiziehende Landschaft genießen und die letzten Sonnenstrahlen einfangen. So fuhren wir dem Sonnenuntergang entgegen- wirklich unvergessliche Stunden.
Wir nahmen Kurs auf Isla Bartolomé. Langsam dämmerte es und die ersten Sterne zogen auf. So klar und hell habe ich die Sterne noch nie gesehen, denn es gab auf dem Schiff kein störendes Licht in der Nähe. Und so bin ich auf dem Deck liegend, die Sterne betrachtend fast eingeschlafen …
Das war der Reiseweg unseres ersten Tages

florian.graw am 27. Juli 11
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Galapagos 19 Juli- Tag 1
19.Juli 2011-07-26
Heute ging die große Fahrt endlich los: Früh am Morgen verließ ich den Flughafen in Quito in einem erstaunlicherweise großen Flugzeug (ich glaub ein A 320)- ich war eigentlich davon ausgegangen, dass wir in einer kleinen Propellermaschine auf Galapagos landen. Aber heutzutage ist auch das zum Massentourismus geworden.
Kurz vor der Landung gingen die Stewardessen durch das Flugzeug und desinfizierten das gesamte Handgepäck- um dem Einschleppen von Krankheiten vorzubeugen.
1,5 h später landeten wir auch schon auf der Insel Baltra und jetzt begann die Odyssee erst richtig: Von Baltra ging es per Bus zu einer Fähre, die uns auf die Insel Santa Cruz übersetzte. Dort fand dann wir alle, die die nächsten Tage gemeinsam auf dem Schiff verbringen sollten, zusammen. Von der Fähre aus fuhren wir dann wieder mit dem Bus 45 Minuten Richtung Puerto Ayora, wo wir dann das Schiff besteigen sollten.
Doch kurz vorher bogen wir von der Landstraße ab, um unsere erste Besichtigung vorzunehmen: Die Riesenschildkröten von Santa Cruz.
In einem kleinen Wäldchen begannen wir unsere Rundtour: Die Größe der Schildkröten nahm im Laufe des Weges immer mehr zu, bis wir am Ende einem wirklich riesigen und demnach auch alten Exemplar begegneten.
Sehr interessant sind auch die Geräusche, die die Tiere machen, wenn man ihnen zu nahe kommt: Die fangen dann richtig laut an zu fauchen und ziehen alles an Extremitäten ein, was sie haben. Ich hätte nie gedacht, dass diese Tiere dermaßen laute Töne von sich geben.
Ganz schön schwer, so ein Panzer- und eng
Am Abend waren wir dann endlich in Puerto Ayora angekommen- und sogleich wurden wir Zeuge eines interessanten Schauspiels: Die in Galapagos sehr bekannten blaufüßigen Tölpel gingen auf die Jagd- eine richtige Kamikaze-Jagd: Die Vögel flogen bis in eine Höhe von 20 Meter, ließen sich dann- ähnlich wie Adler- senkrecht und pfeilschnell nach unten fallen, durchstießen die Wasseroberfläche und spießten die verdutzten Fische mit ihrem langen Schnabel auf.
Unsere Gruppe war sehr nett: Wir hatten 2 Deutsche und einen Österreicher an Bord, dazu ein Ehepaar aus Südafrika, mehrere aus London und den USA und eine Französin.
Der Abend war kurz, da wir alle sehr müde waren und als ich mich in meine 40 cm breite Koje legte (der gesamte Raum war nur einen Meter breit) ankerten wir immer noch. Mitten in der Nacht wachte ich mit einem Brummschädel auf- alles drehte sich. Wir waren losgefahren, mit Kurs auf die erste Insel und meine Seekrankheit zeigte sich an diesem Abend- sie sollte bis zum Abend andauern und auch nicht die Letzte in der Woche sein…
Wohin mit dem ganzen Gepäck- mehr Platz gibt es unter Deck nicht…
florian.graw am 27. Juli 11
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