centro histórico- die Altstadt von Quito
Heute war endlich das centro histórico, sprich die Altstadt an der Reihe. Los ging es um 9 Uhr mit dem Taxi in Richtung Panecillo, dem zentralen Stadthügel Quitos. Von dort hat man einen genialen Blick auf die riesige Stadt und die angrenzenden Vulkane, wie den Pichincha.
Der Hügel ist ein ehemaliger Sonnentempel der Inkas. Die von den Spaniern in der Kolonialzeit auf dem Gipfel aufgestellte Marienstatue ist von jedem Platz aus in Quito zu sehen und ist sozusagen die Freiheitsstatue Quitos. Das Innere ist begehbar und erst von der dortigen Aussichtsplatform lassen sich die wahren Dimensionen Quitos erahnen. Von dem Haus unserer Gastfamilie konnte man immer nur den nördlichen Teil Quitos sehen (also vom Flughafen bis zum Panecillo) und ich bin immer davon ausgegangen, dass diese Fläche ganz Quito ist (denn die ist ja schon sehr groß). Auf der Aussichtsplatform wird einem allerdings bewusst, dass es auch noch einen südlichen Teil Quitos gibt, der genauso groß ist, wie der nördliche Teil.



Die Marienstatue





Blick in den Norden





Das ist der Süden- den gibt es nämlich auch noch





El Panecillo von der Altstadt aus




Dann fing der eigentliche Stadtrundgang an:
Zunächst zum Teatro Nacional Sucre, also das dem heldenhaften Feldherrn Antonio José de Sucre gewidmeten Nationaltheater.
Antonio José de Sucre gewann die entscheidene Schlacht zur Befreiung des heutigen Ecuador und ist deshalb der Volksheld hier. Daher kann man den Namen an jeder Straßenecke lesen- als Straßennamen, Gebäudenamen oder auf Statuen.



Die erste Kirche, die mir über den Weg lief, war das Kulturerbe der Augustiner- die „Iglesia de San Augustín“





Vorbei am Teatro Bolívar (Simón Bolívar ist derjenige in dessen Diensten Sucre stand)…




Wenige Straßenblöcke später stand ich auf einmal auf dem riesigen Platz „Santo Domingo“ direkt vor der gleichnamigen Kirche- bewacht von der Virgen auf dem Panecillo. Während das Hauptschiff eher schlicht gehalten ist, erschlägt einen die südlich angehängte Rosenkranzkapelle fast- die eigentliche Sensation der Kirche wird von blutroten Aufbauten gesäumt.





Die Virgen schaut sich das Treiben auf dem Platz „Santo Domingo“ an…





Kirche „Santo Domingo“





Rosenkranzkapelle





In der Mitte des Platzes die versprochene Statue von Antonio José de Sucre



Als Nächstes führte mich mein Stadtrundgang auf die enge Gasse „Calle la Ronda“: Hier weht noch der Hauch Kolonialspaniens über das Kopfsteinpflaster.







Unter dem „Arco de la Reina“, dem „Stadtbogen der Königin“ hindurch…





Irgendwie kommt mir das Gebäude auf dem Plakat bekannt vor- woher bloß??


Die nächste Kirche jedoch stellte alle anderen in den Schatten: „La Compañía de Jesús“ ist angeblich das prunkvollste Gebäude Amerikas und UNESCO führt sie sogar unter den 100 bedeutendsten Bauwerken der Welt- und das kann ich nur bestätigen. Auch offizielle Zahlen sprechen dafür: Allein für den Hauptaltar wurden 7 t Blattgold verwendet- und die gesamte Kirche glänzt wie der Hauptaltar. Natürlich durfte man gerade in dieser Kirche nicht fotografieren (dort mit Blitz zu fotografieren hätte die gesamte Kirche in eine riesige Diskokugel verwandelt…).
Tragischerweise wurden die Erbauer der Kirche- die Jesuiten- kurz nach ihrer Fertigstellung für fast 100 Jahre aus der Stadt verbannt.





Die abfotografierten Postkarten vermitteln nur einen vagen Eindruck der Kirche.







Alles was hier glänzt, ist tatsächlich Gold!


Spätestens jetzt führte der Weg unausweichlich auf die „Plaza de la Independencia“- ein sehr wichtiger Punkt in der Altstadt. Zum einen stehen hier die Siegessäule, die Kathedrale und der erzbischöfliche Palast. Zum anderen findet sich an der Stirnseite der Präsidentenpalast, also der Regierungssitz Ecuadors.
Die Führung durch den Palast führte uns an den Wachen am Eingang vorbei und in die einzelnen Regierungszimmer, wie den Salon für das Kabinett, den Raum für Bankette und die Präsidentensuite.





Die „Plaza de la Independencia“





Der Präsidentenpalast





Die Wachen am Eingang verzogen keine Miene


Als krönenden Abschluss der Tour lief ich auf dem „Plaza San Francisco“ mit der gleichnamigen Kirche auf. Diese ist diesmal ein Produkt der Franziskaner und ist in ihren Ausmaßen gewaltig. Leider war das Portal eingehüllt.






Als Zugabe besichtigte ich dann noch die „Basilica del Voto Nacional“, von deren Türmen man eine geniale Aussicht auf die Altstadt hat.










So, mal sehen, in welcher Kirche ich morgen den Gottesdienst besuche- ich muss mich ja zum Glück nur zwischen 11 Kirchen (eine schöner als die andere) in der Altstadt entscheiden…