An diesem Morgen machte sich wieder unsere geringe Gruppengröße und der erfahrene Guide bezahlt: Als ich schlaftrunken an Deck kam, lagen wir vor der malerischen Kulisse des Pinnacle Rock- dem Ort an Galapagos, an dem man unbedingt gewesen sein muss.
Wir beeilten uns mit dem Frühstück, denn laut Führer sollte in einer Stunde ein riesiges Boot mit hunderten Touristen ankommen. Außerdem prophezeite er uns, dass spätestens ab 10 Uhr auch die letzte Wolke verschwinden sollte. Unsere Kleingruppe setzte schon bald auf die Isla Bartolomé über und dank unserer Größe sahen wir wirklich viele Tiere in der kargen Mondlandschaft.
Über einen Steg (der uns davor bewahrte in 50 cm tiefen Staub einzusinken) erklommen wir nach und nach den Gipfel des Vulkans, der die kleine Insel vor Jahrmillionen geformt hat.
Nur vereinzelt sahen wir kleine Kakteen- erstaunlich, dass in dieser Landschaft überhaupt Leben möglich ist.
Obwohl die erkaltete Lava schon mehrere Millionen Jahre alt war, hatte es an vielen Stellen den Anschein, als wäre die gestern noch geflossen: Überall sah man die Kanäle, die die Lava beim Herabfließen geformt hat- und das nach so vielen Jahren; wirklich erstaunlich!
Beim Abstieg von der Insel bestätigten sich die 20 Jahre Berufserfahrung unseres Guide: Uns kam eine Horde Touristen entgegen. Und als wir per Beiboot zum Schiff übersetzten, kam auch noch die Sonne raus!
An dieser Stelle möchte ich noch mal betonen, wie viel Glück unsere Gruppe hatte: Der Führer kannte sich genial gut aus und wir verhielten uns immer antizyklisch zu den großen Touristenmassen, sodass wir immer die Insel für uns hatten.
Bei schönstem Sonnenschein starteten wir dann unsere erste Schnorchelrunde des Tages. Hier konnte ich zum ersten Mal die Galapagos-Pinguine beobachten. Diese Exemplare sind bei weitem nicht so groß wie die Exemplare der Antarktis- allerdings sind die uns unter Wasser immer wieder entwischt.
Wir schwammen in einem Halbkreis um den Pinnacle Rock herum. Unter einer Felsspalte meine ich sogar einen kleinen Hai gesehen zu haben- ich wollte mich dem dann aber nicht nähern, um meine Theorie zu überprüfen- vor allem weil ich mir während der Expedition auf dem Vulkan eine kleine blutende Wunde am Fuß zugezogen hatte…
Um uns von den Strapazen unserer Vulkanbesteigung zu erholen, machten wir nach dem Mittagessen, vor dem Pinnacle Rock liegend, Siesta.
Unsere nächste Insel lag in Sichtweite des Pinnacle Rock- es war wieder die Insel Santiago.
Diesmal allerdings auf der gegenüberliegenden, der östlichen Seite- auch Sullivan Bay genannt. An diesem Strand ist seinerseits auch Darwin gelandet. Er beschreibt den Strand als einen traumhaften Sandstrand. Als wir allerdings auf der Insel landen, sehen wir eine riesige, schwarze und vor Hitze flimmernde Lavawüste.
Vor ca. 100 Jahren kam es hier nämlich zu einer Eruption eines Unterwasservulkans, der den schönen Strand und 90% der dort ansässigen Leguane vernichtete. Wir hatten nun die Möglichkeit, diese frische Lava zu betreten. In Sichtweite konnten wir einen schon älteren Vulkan erblicken (mehrere Millionen Jahre alt), dessen Lavaschichten sich durch Erosion braun gefärbt hatten.
Auf einmal gab es eine markerschütternde Explosion und wir konnten zusehen wie sich innerhalb weniger Sekunden ein kleiner Krater bildete, aus dem sich schwarze Lava in Richtung unserer Gruppe ergoss. Leider hatte ich nicht mehr die Zeit, wegzurennen und wurde förmlich überrollt.
Mehrere Stunden später fuhren wir mit unserem Boot zur nächsten Insel, die wir am nächsten Morgen besichtigen sollten. Während wir so dahintuckerten, sprang plötzlich eine Gruppe Delphine neben unserem Boot her.
Unsere Gruppe
