Mit dem Zug die Route der Vulkane entlang









Im Morgengrauen machte ich mich zur Bahnstation „Chimbacalle“ auf, die auf Höhe des Hügels „Panecillo“ gelegen ist- also ungefähr in der Stadtmitte.
Allerdings darf man sich die Station dort nicht als großes Terminal vorstellen, denn in Quito existiert kein ausgebautes Schienenetz- es gibt nur einen Schienenstrang, der aus Quito herausführt. Der Zug wird hier auch nur touristisch genutzt- nicht als Transportmittel für die Massen. Es ist in Anbetracht der Tatsache, dass man sich 2800m hoch in den Anden befindet, auch technisch nicht möglich, ein riesiges Schienennetz aufzubauen…
Wir bestiegen also den Zug, der aus den unterschiedlichsten Waggons zusammengewürfelt war. Da gab es alte Waggons aus Holz und einen modernen Wagen, in dem sich laut Platzkarte mein Sitz befand.



Bald ging auch schon die Fahrt Richtung Süden los. Unser Weg führte uns mit dem riesigen Zug durch kleine, enge Gassen und über Hauptverkehrsstraßen. Das ist der Grund, weshalb unser Zug von drei Security- Leuten auf Motorrädern begleitet wurde, die dem Zug einige Meter vorrausfuhren und die Kreuzungen abriegelten. Mit ihren schwarzen Sturmmasken und der schweren Bewaffnung erschien einem die Szenerie allerdings wie aus einem Actionfilm…
Je weiter wir gen Süden fuhren, desto ärmer und verschmutzter wurde die Gegend.










Irgendwann waren wir mitten im Industrieviertel Quitos. Nach noch längerer Fahrzeit nahm allmählich die Bebauung ab und man konnte auch mal einen Blick auf einen kleinen grünen Flecken werfen. Doch selbst auf noch so kleinen Fleckchen Erde wird hier Landwirtschaft betrieben: Auf einer paar Quadratmeter großen Wiese weideten gleich 3 Kühe und wurden nebenbei auch noch Kartoffeln angepflanzt.
Nach einer Stunde sah man nur noch Felder und vereinzelt Bauernhöfe. Aber mit dem Verschwinden der Zivilisation wurde auch der Zustand der Schienen schlechter- mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 30 km/h quälte sich der Zug durchs Gleisbett und kam mehrere Male so stark ins Schaukeln, dass die Waggons kurz vorm Entgleisen standen. Unsere erste Station war der Bahnhof in der Region Machachi.






Dort gab es einheimisches Essen und einen genialen Panoramablick auf die verschiedensten Vulkane- wie den Hausberg Quitos „Pichincha“ oder den weißen Kegel des „Cotopaxi“.







Nach einer weiteren Stunde Fahrt, während der wir enorme Höhenunterschiede zu überweinden hatten, kamen wir an der Endstation, in Boliche an.
Der Bahnhof hier schien aus einem Western zu stammen.













Nach einer längeren Pause ging es schon wieder auf den Rückweg.