Sonntag, 31. Juli 2011
Otavalo
Die heutige Tour zum berühmten Markt nach Otavalo konnten wir sehr flexibel gestalten- denn wir waren nur zu zweit. Mit mir kann noch eine Person aus Australien mit. Der Weg führte uns viel bergauf und bergab und nach 2 Stunden waren wir dann auch schon in Otavalo.




Baby-Lama




Der Markt ist riesig- er erstreckt sich samstags quasi über die ganze Stadt. Wobei: Es ist ja nicht nur ein Markt: Da gibt es den Nahrungsmittel-Markt oder den Kleidungs-Markt. Der größte und bekannteste von allen ist allerdings der Kunsthandwerk-Markt.
Hier kann man von Wandteppichen über Lama-Pullovern bis hin zu Holzmasken wirklich alles kaufen- das meiste ist dazu auch noch handgemacht und relativ billig.





Vom Markt ging es dann wieder in die Natur: Zu einem Wasserfall, der den Ureinwohnern (vor allem den Schamanen) als spirituelle Reinigungsquelle dient.






Dann gab es da auch noch die Berufsfeuerwehr Otavalo:






Sehr erfreulich: Otavalo fährt auch Rosenbauer!

Auf dem Rückweg machten wir dann noch am Äquator halt.


Mit dem linken Fuß auf der Nordhalbkugel, mit dem rechten auf der Südhalbkugel!


Beweisfoto!



Samstag, 30. Juli 2011
Bilder Unterwasserkamera
Und hier noch ein paar interessante Bilder vom Schnorcheln:








Eine Art Regenbogenfisch











Und ein Rochen








Ganz eindeutig mein Lieblingstier!
















Und einmal mitten durch den Fischschwarm



Tag 5
Heute war relaxen und die Umgebung von Puerto Ayora erkunden angesagt. Zunächst besuchte ich das Darwin-Research Center- eine Aufzuchtstation für verschiedene Arten von Riesenschildkröten. Diese Arbeit ist sehr wichtig, denn die Babyschildkröten habe in der Natur viele Feinde- und zwar durch Menschen eingeschleppte Tiere wie Katzen, Hunde oder Ratten. Außerdem wurden die Schildkröten früher gejagt, weil sie aufgrund ihrer Geschwindigkeit einfach zu fangen sind ein super Fleischlieferant sind: Sie können mehrere Monate ohne Wasser oder Nahrung auskommen und stellten früher ein ideales Fleischreservoir dar. Daher gibt es von den 15 Schildkrötenarten nur noch 12.



Am Nachmittag gab es dann eine wenig Strandurlaub; und zwar an der Tortuga- Bay, zu der man einen 2,5 km langen, 2m schmalen Weg entlanglaufen muss (dafür braucht man vom Hotel aus ca. 45 Minuten). Langeweile kommt dort jedoch nicht auf, denn der Weg ist wunderschön gelegen, denn er verläuft quasi im Dschungel zwischen Bäumen und Kakteen.
















Am Abend habe ich dann fürs Abendessen noch eine geniale Straße entdeckt: Diese ist gesäumt von ca. 10 Barbecue-Buden und abends wird die Straße gesperrt, indem die Besitzer einfach Tische und Stühle auf die Fahrbahn stellen. Dann kann man auf der Straßenmarkierung sein Steak genießen.





Puerto Ayora



Donnerstag, 28. Juli 2011
Galapagos Tag 4
Heute brach der letzte Tag meines Boot-Aufenthaltes an. Wir ankerten unweit des Flughafens, also der Insel Baltra.
Mit dem Beiboot-wir blieben die ganze Zeit im Beiboot- machten wir unseren letzten Ausflug zur Caleta Tortuga Negra.




(fehlt nur noch die Krombacher- Werbung…)


Das ist eine kleine Bucht, die sehr stark mit Wasserpflanzen bewachsen ist. Der Bewuchs dieser Pflanzen bildet kleine Gänge mit kleinen Seen dazwischen, die man mit dem Boot befahren kann.
In dem seichten Wasser sahen wir jetzt endlich die kleinen Haie. Ab und zu streckten ein paar vorwitzige Schildkröten ihren Kop, den Panzer oder die Flosse aus dem Wasser.




Am Nachmittag verließ ich dann schon das Boot am Flughafen und musste dann wiederum die umständliche Fahrt mit dem Bus, der Fähre und wieder mit dem Bus auf mich nehmen. Am Mittag kam ich dann in der Hafenstadt Puerto Ayora an. Nach einem kleinen Stadtbummel bezog ich dann mein Hotel. Dieses Hotel hat mich 10 $ die Nacht gekostet, hatte dafür aber einen super Zimmerservice, Dachterrasse mit Blick aufs Meer und lag absolut zentral im Ort.
Gut zu finden war das Hotel auch. Der Busfahrer (mit dem Bus vom Flughafen aus kommend) ließ uns in irgendeiner Gasse in Puerto Ayora raus. Ohne Stadtkarte zweifelte ich aber daran, das Hotel schnell finden zu können und so fragte ich einen Taxifahrer nach dem Ort. Der zeigte allerdings nur auf das Schild direkt über mir und schon hatte ich das Hotel gefunden!
2 Kumpels vom Schiff verbrachten ebenfalls die nächsten Tage hier im Ort uns so verbrachten wir den Abend gemeinsam in einem sehr guten, aber ebenfalls preiswerten Restaurant essen.




Donnerstag, 28. Juli 2011
Reiseroute Tag 3



Galapagos Tag 3
An diesem Morgen machte sich wieder unsere geringe Gruppengröße und der erfahrene Guide bezahlt: Als ich schlaftrunken an Deck kam, lagen wir vor der malerischen Kulisse des Pinnacle Rock- dem Ort an Galapagos, an dem man unbedingt gewesen sein muss.






Wir beeilten uns mit dem Frühstück, denn laut Führer sollte in einer Stunde ein riesiges Boot mit hunderten Touristen ankommen. Außerdem prophezeite er uns, dass spätestens ab 10 Uhr auch die letzte Wolke verschwinden sollte. Unsere Kleingruppe setzte schon bald auf die Isla Bartolomé über und dank unserer Größe sahen wir wirklich viele Tiere in der kargen Mondlandschaft.
Über einen Steg (der uns davor bewahrte in 50 cm tiefen Staub einzusinken) erklommen wir nach und nach den Gipfel des Vulkans, der die kleine Insel vor Jahrmillionen geformt hat.






Nur vereinzelt sahen wir kleine Kakteen- erstaunlich, dass in dieser Landschaft überhaupt Leben möglich ist.





Obwohl die erkaltete Lava schon mehrere Millionen Jahre alt war, hatte es an vielen Stellen den Anschein, als wäre die gestern noch geflossen: Überall sah man die Kanäle, die die Lava beim Herabfließen geformt hat- und das nach so vielen Jahren; wirklich erstaunlich!









Beim Abstieg von der Insel bestätigten sich die 20 Jahre Berufserfahrung unseres Guide: Uns kam eine Horde Touristen entgegen. Und als wir per Beiboot zum Schiff übersetzten, kam auch noch die Sonne raus!
An dieser Stelle möchte ich noch mal betonen, wie viel Glück unsere Gruppe hatte: Der Führer kannte sich genial gut aus und wir verhielten uns immer antizyklisch zu den großen Touristenmassen, sodass wir immer die Insel für uns hatten.
Bei schönstem Sonnenschein starteten wir dann unsere erste Schnorchelrunde des Tages. Hier konnte ich zum ersten Mal die Galapagos-Pinguine beobachten. Diese Exemplare sind bei weitem nicht so groß wie die Exemplare der Antarktis- allerdings sind die uns unter Wasser immer wieder entwischt.
Wir schwammen in einem Halbkreis um den Pinnacle Rock herum. Unter einer Felsspalte meine ich sogar einen kleinen Hai gesehen zu haben- ich wollte mich dem dann aber nicht nähern, um meine Theorie zu überprüfen- vor allem weil ich mir während der Expedition auf dem Vulkan eine kleine blutende Wunde am Fuß zugezogen hatte…

Um uns von den Strapazen unserer Vulkanbesteigung zu erholen, machten wir nach dem Mittagessen, vor dem Pinnacle Rock liegend, Siesta.






Unsere nächste Insel lag in Sichtweite des Pinnacle Rock- es war wieder die Insel Santiago.





Diesmal allerdings auf der gegenüberliegenden, der östlichen Seite- auch Sullivan Bay genannt. An diesem Strand ist seinerseits auch Darwin gelandet. Er beschreibt den Strand als einen traumhaften Sandstrand. Als wir allerdings auf der Insel landen, sehen wir eine riesige, schwarze und vor Hitze flimmernde Lavawüste.






Vor ca. 100 Jahren kam es hier nämlich zu einer Eruption eines Unterwasservulkans, der den schönen Strand und 90% der dort ansässigen Leguane vernichtete. Wir hatten nun die Möglichkeit, diese frische Lava zu betreten. In Sichtweite konnten wir einen schon älteren Vulkan erblicken (mehrere Millionen Jahre alt), dessen Lavaschichten sich durch Erosion braun gefärbt hatten.








Auf einmal gab es eine markerschütternde Explosion und wir konnten zusehen wie sich innerhalb weniger Sekunden ein kleiner Krater bildete, aus dem sich schwarze Lava in Richtung unserer Gruppe ergoss. Leider hatte ich nicht mehr die Zeit, wegzurennen und wurde förmlich überrollt.






Mehrere Stunden später fuhren wir mit unserem Boot zur nächsten Insel, die wir am nächsten Morgen besichtigen sollten. Während wir so dahintuckerten, sprang plötzlich eine Gruppe Delphine neben unserem Boot her.







Unsere Gruppe








Galapagos Tag 2
Noch beduselt von dem ganzen Geschaukel kam ich am nächsten Morgen an Deck und war gespannt was ich sehen würde- wir ankerten vor einer kleineren Insel im blauen Wasser- die letzten Wolken der Nacht waren auch gerade dabei, sich zu verziehen. Aber genauso entdeckte ich einen sehr gut gedeckten Frühstückstisch- und schlug erst mal kräftig zu. Kurze Zeit später setzten wir per Beiboot auf die Insel Rábida über.






Dort konnten wir einer Seelöwenkolonie am Strand beim Schlafen zusehen.















Landschaft der Insel Rábida






















Unser Boot






Pelikane gibt es hier übrigens auch…

Wir unternehmen noch eine Wanderung über die Insel und hatten dann am dortigen Strand unsere erste Schnorcheltour. Vom Beiboot aus ließen wir uns in das warme Wasser fallen und beobachteten die vielen Seesterne und bnuten Fische am Grund- ein Fisch, der Regenbogenfisch gefiel mir besonders.
Hier hatte ich die Gelegenheit, meine ersten Bilder mit meiner Unterwasserkamera zu machen. An dem Tag vor meiner Abreise habe ich in Quito verzweifelt versucht, ein solches Exemplar aufzutreiben. Aber in keinem Laden in Quito- nicht einmal in den großen Kaufhäusern- gab es eine. Kaum bin ich an meinem ersten Tag in Puerto Ayora, werde ich von den Standbesitzern nur so mit Einmal-Unterwasserkameras beworfen!
Morgen werde ich sie entwickeln lassen- ich hoffe, die Bilder sind einigermaßen gelungen. Sobald die Photos digitalisiert sind, werde ich auf einer gesonderten Seite nur diese Bilder zeigen…
Weiter ging es zur nächsten Insel, der Isla Santiago- dort zu einer Bucht namens Puerto Egas.
Während der Fahrt sahen wir an der Wasseroberfläche einen riesigen Rochen mit über 2 Metern Schwingenbreite- vielleicht sogar einen Manta…
Auf der Insel unternahmen wir eine Strandwanderung auf dem pechschwarzen Sand und beobachteten die Marinen Leguane. Diese Leguane sind super Modells, denn sie bewegen sich nicht- auch nicht wenn man sich ihnen auf 20cm nähert- und pennen den ganzen Tag in der Sonne. Auf dem schwarzen Sand ergab sich allerdings das Problem, dass man die ebenfalls schwarzen Tiere sehr leicht übersieht. Und so hätte ich fast den Genpool der Leguane um ein Paar Individuen verkleinert…












Das Mittagessen nahmen wir im schönsten Sonnenschein mit Blick auf die Bucht ein.
Dann ging es zum zweiten Mal an diesem Tag zum Schnorcheln. Diesmal entdeckte ich mehrere Riesen-Unterwasserschildkröten, die ich gleich verfolgte. Mit meinen Flossen hatte ich keinerlei Probleme, die Schildkröten einzuholen -und ich konnte sie sogar streicheln, so nah war ich.





Kurze Zeit später befand ich mich mitten in einem riesigen Fischschwarm. Total in Gedanken betrachtete ich die schönen bunten Tiere und dachte an nichts Böses, als plötzlich einen halben Meter unter mir ein riesiges Tier vorbeischnellte- ich zuckte zusammen. Auf einmal noch eines, was so dicht über mir entlang schwomm (ich war mittlerweile untergetaucht), dass es mir fast den Schnorchel wegriss. Voll in Panik, versuchte ich diesen Monstern zu entkommen, bis mir auffiel, das die Tiere jagende Seelöwen waren- die jagten zum Glück nicht mich, sondern nur den Fischschwarm, in dem ich mich befand. Auch den Seelöwen konnte man sich so sehr nähern, dass man sie berühren konnte und mit ihnen um die Wette schwimmen konnte.
Und wieder glitt unter mir eine Wasserschildkröte majestätisch durchs Blau- dieses Tier hat mir von allen Lebewesen auf Galapagos am besten gefallen.
Schon war der Abend hereingebrochen und wir machten uns auf die mehrstündige Schifffahrt zur nächsten Insel: Jetzt war die Stunde gekommen, wo man auf dem Deck relaxen konnte, die vorbeiziehende Landschaft genießen und die letzten Sonnenstrahlen einfangen. So fuhren wir dem Sonnenuntergang entgegen- wirklich unvergessliche Stunden.
Wir nahmen Kurs auf Isla Bartolomé. Langsam dämmerte es und die ersten Sterne zogen auf. So klar und hell habe ich die Sterne noch nie gesehen, denn es gab auf dem Schiff kein störendes Licht in der Nähe. Und so bin ich auf dem Deck liegend, die Sterne betrachtend fast eingeschlafen …

Das war der Reiseweg unseres ersten Tages




Galapagos 19 Juli- Tag 1
19.Juli 2011-07-26

Heute ging die große Fahrt endlich los: Früh am Morgen verließ ich den Flughafen in Quito in einem erstaunlicherweise großen Flugzeug (ich glaub ein A 320)- ich war eigentlich davon ausgegangen, dass wir in einer kleinen Propellermaschine auf Galapagos landen. Aber heutzutage ist auch das zum Massentourismus geworden.
Kurz vor der Landung gingen die Stewardessen durch das Flugzeug und desinfizierten das gesamte Handgepäck- um dem Einschleppen von Krankheiten vorzubeugen.
1,5 h später landeten wir auch schon auf der Insel Baltra und jetzt begann die Odyssee erst richtig: Von Baltra ging es per Bus zu einer Fähre, die uns auf die Insel Santa Cruz übersetzte. Dort fand dann wir alle, die die nächsten Tage gemeinsam auf dem Schiff verbringen sollten, zusammen. Von der Fähre aus fuhren wir dann wieder mit dem Bus 45 Minuten Richtung Puerto Ayora, wo wir dann das Schiff besteigen sollten.





Doch kurz vorher bogen wir von der Landstraße ab, um unsere erste Besichtigung vorzunehmen: Die Riesenschildkröten von Santa Cruz.






In einem kleinen Wäldchen begannen wir unsere Rundtour: Die Größe der Schildkröten nahm im Laufe des Weges immer mehr zu, bis wir am Ende einem wirklich riesigen und demnach auch alten Exemplar begegneten.







Sehr interessant sind auch die Geräusche, die die Tiere machen, wenn man ihnen zu nahe kommt: Die fangen dann richtig laut an zu fauchen und ziehen alles an Extremitäten ein, was sie haben. Ich hätte nie gedacht, dass diese Tiere dermaßen laute Töne von sich geben.



Ganz schön schwer, so ein Panzer- und eng

Am Abend waren wir dann endlich in Puerto Ayora angekommen- und sogleich wurden wir Zeuge eines interessanten Schauspiels: Die in Galapagos sehr bekannten blaufüßigen Tölpel gingen auf die Jagd- eine richtige Kamikaze-Jagd: Die Vögel flogen bis in eine Höhe von 20 Meter, ließen sich dann- ähnlich wie Adler- senkrecht und pfeilschnell nach unten fallen, durchstießen die Wasseroberfläche und spießten die verdutzten Fische mit ihrem langen Schnabel auf.
Unsere Gruppe war sehr nett: Wir hatten 2 Deutsche und einen Österreicher an Bord, dazu ein Ehepaar aus Südafrika, mehrere aus London und den USA und eine Französin.
Der Abend war kurz, da wir alle sehr müde waren und als ich mich in meine 40 cm breite Koje legte (der gesamte Raum war nur einen Meter breit) ankerten wir immer noch. Mitten in der Nacht wachte ich mit einem Brummschädel auf- alles drehte sich. Wir waren losgefahren, mit Kurs auf die erste Insel und meine Seekrankheit zeigte sich an diesem Abend- sie sollte bis zum Abend andauern und auch nicht die Letzte in der Woche sein…





Wohin mit dem ganzen Gepäck- mehr Platz gibt es unter Deck nicht…



Montag, 18. Juli 2011
Nationalpark Cotopaxi


Um 7 Uhr begann unsere Expedition in den Cotopaxi Nationalpark- wir trafen uns im Stadtteil „Mariscal“- dem Touristenviertel Quitos- um von dort mit einem Bus in die Nähe des Nationalparks gebracht zu werden. Auf der einstündigen Hinfahrt lernten wir uns Teilnehmer ein bisschen besser kennen. Ich war natürlich der Jüngste -aber nicht der Einzige aus Deutschland. Ein Ehepaar, das vor mehreren Wochen versucht hatte, den Cotopaxi zu besteigen (und gescheitert sind, was bei deren Selbstverständnis bezüglich des Bergsteigens auch kein Wunder ist), war auch dabei. Dann zwei Franzosen, die mit ihrer französischen Ölfirma ein Joint Venture mit der ecuadorianischen Ölindustrie betreiben (die Franzosen haben die ganze Zeit über ihren tollen Käse geschwärmt…). Dann hab es da noch den 70 jährigen Norweger mit einem unaussprechlichen (und mir daher auch nicht im Gedächtnis gebliebenem) Namen, der unbedingt auch noch mal die Höhenluft von 5000m schnuppern wollte. Außerdem noch ein Ehepaar aus New York und eine Schweizerin. Alle zusammen waren wir eine super witzige Gruppe.







Unser Guide

Die Fahrt ging los, aber es war nicht einfach, dem eisernen Griff Quitos zu entkommen- nach einer halben Stunde befanden wir uns immer noch auf den weitläufigen Serpentinen am Rande des Talkessels. Nach einer weiteren halben Stunde Fahrt erreichten wir unser Zwischenziel: Dort frühstückten wir und stiegen in einen Jeep um. Mit diesem ging es dann Richtung Nationalpark. Dort machte sich dann der Jeep auch das erste Mal bezahlt, als wir gezwungen waren, unseren Weg durch ein tiefes Flussbett fortzusetzen. Weiter ging unsere rasante Fahrt über die Buckelpiste durch die weite Landschaft des Parks.





Unser Jeep in weiter Natur



Nach einer Stunde Fahrt durch den Park, hatten wir den Parkplatz auf 4600m erreicht. Von dort hatten wir einen genialen, wenn auch wolkenverhangenen Blick auf den Cotopaxi, den zweithöchsten Berg Ecuadors. Hier am Parkplatz begann dann der etwas anstrengendere Teil der Tour- wir stiegen die 200 Höhenmeter bis zu der Berghütte auf, von der die Cotopaxi- Besteigungen um 1 Uhr morgens losgehen.








Unglaublich- aber selbst Busse fuhren bis auf den Parkplatz in 4600m Höhe (das ist der höchste Verkehrsstau der Welt =) )






Nein, das ist nicht der Übungsplatz für die nächste Mondmission…



Zum Glück ist mir die Höhe gut bekommen (was sonst auch das Ende meiner Bergtour- Planungen bedeutet hätte); doch außer Puste war man dann schon als man an der Hütte ankam. Diese lag auf 4800m- mein neuer Höhenrekord (aber hoffentlich nicht lang…).







Und dann kamen wir doch noch in einen Schneesturm…






Kurz darauf kam die Sonne raus und der Gipfel zeigte sich in seiner ganzen Schönheit…


































… von unserem Tisch in der Hütte aus






So zeigte er sich wirlklich…



Der Weg runter war eine einzige Gaudi: Die Schneefelder, die ich in 45 Minuten so mühsam hochgestiegen bin, konnte ich jetzt quasi herunterfahren. Das Gefälle war so steil, dass meine Bergschuhe im Schnee keinen Halt mehr fanden und ich den Abhang, wie mit zwei Bigfoot-Ski an den Füßen, in weniger als 5 Minuten in rasantem Tempo herunterrutschte. Leider war der Rest der Gruppe nicht so abenteuerlustig und sie zogen es vor, den Berg mühsam wieder herunterzusteigen- mit dem Resultat, dass ich am Parkplatz 20 Minuten auf die Gruppe warten musste. Dafür war ich einer der wenigen, der beobachten konnte, wie plötzlich der Himmel aufklarte und ein Teil des Gipfels aus den Wolken auftauchte.
Die Gaudi ging weiter: Auf dem Anhänger des Jeep hatten wir Mountainbikes mithochgezogen und jetzt ging es ans Downhill- fahren.
In rasantem Tempo ging es die Schotterpiste hinunter- in vollem Tempo einen Drift über die gesamte Fahrbahn hinzulegen war das höchste der Gefühle. Doch selbst das wurde noch getoppt, als es anfing zu regnen und dann zu schütten und man durch die Regenschwaden fegen konnte. Übrigens war man per Bike wesentlich schneller als die Jeeps und so war es ein leichtes, die Vehikel in voller Fahrt zu überholen.
So fuhren wir- natürlich mit einigen Pausen- in einer Stunde 1000 Höhenmeter herunter.
Unten angekommen aßen wir in einem einfachen aber super leckerem Restaurant vor offenem Kaminfeuer- bis einer der Reisenden unruhig wurde. Er hatte nämlich zwischendurch auf die Uhr geschaut und dabei festgestellt, dass sein Flugzeug in wenigen Stunden losfliegt, er aber noch im Gebirge des Parks festsaß ( solides Timing, ob der schon seine Koffer gepackt hatte??). So ging es dann auch relativ bald wieder nach Quito zurück.




Montag, 11. Juli 2011
Messe in "San Francisco"
Im Endeffekt habe ich mich dann doch für die Kirche „San Francisco“ entschieden.

Doch es war gar nicht so einfach, einen Platz in der Kirche zu finden. Da die Messen stündlich stattfanden, versuchten innerhalb der 10 Minuten ohne Gottesdienst, tausend Menschen aus und wieder tausend andere Menschen in die Kirche zu gelangen.
Kaum hatte man Platz genommen, begann auch schon die Messe. Der Pfarrer zog zum sechsten Mal an diesem Tag in die Kirche ein. Doch anstatt feierlicher Orgelmusik erklang aus Lautsprechern heitere Jahrmarktmusik und die gesamte Gemeinde begann, im Takt zu klatschen- etwas befremdlich.
Dann nahm die Messe ihren gewohnten Verlauf, doch Orgelmusik bekam man die gesamte Zeit über nicht zu hören; stattdessen folkloristische Musik mit Gitarre, Keyboard und Schlagzeug (ein bisschen wie unsere neuen geistlichen Lieder in Deutschland).
Sehr erstaunlich war auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der Kirche: Auf eine ältere Person kam mindestens ein Kind.
Auch bezüglich der Fürbitten herrschten hier andere Sitten: Anstatt von einem Lektor zentral vorgelesen, wurden diese hier- improvisierend und ohne das vorher abgesprochen zu haben- abwechselnd von irgendeinem Mensch aus der Gemeinde vorgetragen (die Fürbitten standen nämlich auf dem Liedblatt, das vor der Messe an jeden ausgeteilt wurde).
Nach einem Stadtbummel (hier haben nämlich sonntags die meisten Geschäfte geöffnet) ging es dann auch schon wieder nach Hause.



Sonntag, 10. Juli 2011
centro histórico- die Altstadt von Quito
Heute war endlich das centro histórico, sprich die Altstadt an der Reihe. Los ging es um 9 Uhr mit dem Taxi in Richtung Panecillo, dem zentralen Stadthügel Quitos. Von dort hat man einen genialen Blick auf die riesige Stadt und die angrenzenden Vulkane, wie den Pichincha.
Der Hügel ist ein ehemaliger Sonnentempel der Inkas. Die von den Spaniern in der Kolonialzeit auf dem Gipfel aufgestellte Marienstatue ist von jedem Platz aus in Quito zu sehen und ist sozusagen die Freiheitsstatue Quitos. Das Innere ist begehbar und erst von der dortigen Aussichtsplatform lassen sich die wahren Dimensionen Quitos erahnen. Von dem Haus unserer Gastfamilie konnte man immer nur den nördlichen Teil Quitos sehen (also vom Flughafen bis zum Panecillo) und ich bin immer davon ausgegangen, dass diese Fläche ganz Quito ist (denn die ist ja schon sehr groß). Auf der Aussichtsplatform wird einem allerdings bewusst, dass es auch noch einen südlichen Teil Quitos gibt, der genauso groß ist, wie der nördliche Teil.



Die Marienstatue





Blick in den Norden





Das ist der Süden- den gibt es nämlich auch noch





El Panecillo von der Altstadt aus




Dann fing der eigentliche Stadtrundgang an:
Zunächst zum Teatro Nacional Sucre, also das dem heldenhaften Feldherrn Antonio José de Sucre gewidmeten Nationaltheater.
Antonio José de Sucre gewann die entscheidene Schlacht zur Befreiung des heutigen Ecuador und ist deshalb der Volksheld hier. Daher kann man den Namen an jeder Straßenecke lesen- als Straßennamen, Gebäudenamen oder auf Statuen.



Die erste Kirche, die mir über den Weg lief, war das Kulturerbe der Augustiner- die „Iglesia de San Augustín“





Vorbei am Teatro Bolívar (Simón Bolívar ist derjenige in dessen Diensten Sucre stand)…




Wenige Straßenblöcke später stand ich auf einmal auf dem riesigen Platz „Santo Domingo“ direkt vor der gleichnamigen Kirche- bewacht von der Virgen auf dem Panecillo. Während das Hauptschiff eher schlicht gehalten ist, erschlägt einen die südlich angehängte Rosenkranzkapelle fast- die eigentliche Sensation der Kirche wird von blutroten Aufbauten gesäumt.





Die Virgen schaut sich das Treiben auf dem Platz „Santo Domingo“ an…





Kirche „Santo Domingo“





Rosenkranzkapelle





In der Mitte des Platzes die versprochene Statue von Antonio José de Sucre



Als Nächstes führte mich mein Stadtrundgang auf die enge Gasse „Calle la Ronda“: Hier weht noch der Hauch Kolonialspaniens über das Kopfsteinpflaster.







Unter dem „Arco de la Reina“, dem „Stadtbogen der Königin“ hindurch…





Irgendwie kommt mir das Gebäude auf dem Plakat bekannt vor- woher bloß??


Die nächste Kirche jedoch stellte alle anderen in den Schatten: „La Compañía de Jesús“ ist angeblich das prunkvollste Gebäude Amerikas und UNESCO führt sie sogar unter den 100 bedeutendsten Bauwerken der Welt- und das kann ich nur bestätigen. Auch offizielle Zahlen sprechen dafür: Allein für den Hauptaltar wurden 7 t Blattgold verwendet- und die gesamte Kirche glänzt wie der Hauptaltar. Natürlich durfte man gerade in dieser Kirche nicht fotografieren (dort mit Blitz zu fotografieren hätte die gesamte Kirche in eine riesige Diskokugel verwandelt…).
Tragischerweise wurden die Erbauer der Kirche- die Jesuiten- kurz nach ihrer Fertigstellung für fast 100 Jahre aus der Stadt verbannt.





Die abfotografierten Postkarten vermitteln nur einen vagen Eindruck der Kirche.







Alles was hier glänzt, ist tatsächlich Gold!


Spätestens jetzt führte der Weg unausweichlich auf die „Plaza de la Independencia“- ein sehr wichtiger Punkt in der Altstadt. Zum einen stehen hier die Siegessäule, die Kathedrale und der erzbischöfliche Palast. Zum anderen findet sich an der Stirnseite der Präsidentenpalast, also der Regierungssitz Ecuadors.
Die Führung durch den Palast führte uns an den Wachen am Eingang vorbei und in die einzelnen Regierungszimmer, wie den Salon für das Kabinett, den Raum für Bankette und die Präsidentensuite.





Die „Plaza de la Independencia“





Der Präsidentenpalast





Die Wachen am Eingang verzogen keine Miene


Als krönenden Abschluss der Tour lief ich auf dem „Plaza San Francisco“ mit der gleichnamigen Kirche auf. Diese ist diesmal ein Produkt der Franziskaner und ist in ihren Ausmaßen gewaltig. Leider war das Portal eingehüllt.






Als Zugabe besichtigte ich dann noch die „Basilica del Voto Nacional“, von deren Türmen man eine geniale Aussicht auf die Altstadt hat.










So, mal sehen, in welcher Kirche ich morgen den Gottesdienst besuche- ich muss mich ja zum Glück nur zwischen 11 Kirchen (eine schöner als die andere) in der Altstadt entscheiden…



Heute nach der Arbeit ging es ins Nationalmuseum der Zentral- Bank Ecuadors. Diese begann ab den 1950 Jahren Kulturgüter der gesamten ecuadorianischen Kunstgeschichte unter ihren besonderen Schutz zu stellen.
Und so kann man heute in 3 Sälen die Geschichte von Ecuador besichtigen:
Zunächst waren da die prähistorischen Bewohnern, die vor 14. 000 Jahren in das heutige Ecuador kamen und berühmt für ihre Töpferarbeiten waren.
Dann kamen natürlich die Inka, mit ihren grandiosen Goldschätzen, die in einem seperaten Raum zu besichtigen waren.
Der letzte Saal war der kolonialen Kunst gewidmet.





Langsam kommt ein bisschen Routine in meine Arbeit in der Kinderkrebsklinik. Diese Woche arbeite ich in der Chemotherapie- Ambulanz und spiele mit den Kindern, die dort behandelt werden.
Und da gibt es viel zu spielen: Entweder es wird gepuzzelt, gemalt oder es werden Brettspiele gespielt. Manche Kinder lernen in der Schule auch Englisch und mit denen kann ich dann ihre Englischkenntnisse verbessern.
Entgegen aller Befürchtungen ist das Arbeiten mit den Kindern keine traurige Angelenheit, wie man sich das in einer Krebsklinik vorstellen könnte- die Kinder sind total happy und für die ist der ganze Aufenthalt im Krankenhaus ein riesiges Abenteuer (mit der Krönung von 10-13 Uhr, denn da ist besagter Spieleraum offen).
Um 10 Uhr kommen die ersten Patienten. Gespielt wird bis um halb eins- den dann gibt es Essen. Dann ist auch schon der Arbeitstag rum und ich hab den Nachmittag zur Verfügung, um mir Quito anzuschauen.

Eigentlich arbeite ich für zwei Stiftungen: „Por una vida“ kümmert sich um den Spieleraum in der Ambulanz und um die Beschäftigung mit den stationär aufgenommenen Kindern. Die Stiftung „Sol y Vida“ organisiert die Verteilung von gespendeten Medikamenten an Patienten aus sozial schwächeren Familien.

Einmal die Woche helfe ich auch im Büro der Stiftung von „Sol y Vida“. Unser derzeitiges Projekt ist die statistische Aufarbeitung der Patientendaten seit der Gründung in 2005.

Auch in der Gastfamilie wird es nicht langweilig. Erst fiel das warme Wasser aus, dann das Internet und dann schon wieder das Wasser (Strom haben wir allerdings noch). Und dann hat ein Gast aus den USA wahrscheinlich das falsche paar Bergschuhe mitgenommen, denn hier steht ein Paar rum, das keinem gehört- und einem Gast fehlen seine Bergschuhe (und gerade der will morgen auf den Cotopaxi...).
Gerade eben habe ich gehört, dass die Nachbarhäuser den ganzen Tag ohne Strom waren- ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit bis...



Dienstag, 5. Juli 2011
erster Tag Kinderkrebsklinik
Heute war der erste Tag in der Kinderkrebsklinik.
Allerdings wurde ich heute noch nicht auf die Kinder losgelassen, sondern ich habe erst einmal die Stiftung „Sol y Vida“ kennengelernt.
Am morgen sind wir dazu ins Büro von Sol y Vida gegangen (liegt alles sehr nah beieinander). Ich habe mir dort die Akten der Kinder mit den unterschiedlichen Krankheiten und die Krebsmedikamente (von denen manche bis zu 650$ kosten, was Eltern mit einem Einkommen von ~150 $ im Monat nie bezahlen könnten) angesehen. Aber die Stiftung bezahlt nicht nur die Medikamente, sondern je nach Umständen auch die Verpflegung, die Taxifahrten in Spezialkliniken (den nur dort kann die Strahlentherapie erfolgen) oder die Augenprothesen (bei Kindern mit Retinoblastomen).

Dann waren wir schlussendlich noch kurz im Krankenhaus selber. Das hospital Baca Ortiz ist ja nicht nur Krebsklinik, sondern eine ganz normale Kinderklinik. Allerdings war sie brechend voll- aus Sicht der Einheimischen war heute aber nicht viel zu tun...

Die Wochenplanung sieht für die nächsten 2 Monate dann ungefähr so aus:

Mo- Fr in der Kinderklinik bzw. einen Tag der Woche auch im Büro der Stiftung
Am Wochenende machen wir dann Exkursionen mit den anderen Voluntarios in die Umgebung
Und dann irgendwann noch die zwei großen Aktionen: Galapagos und Cotopaxi (vielleicht auch noch Chimborazo)




Dieses Bild wurde von einer nicht mal 17 jährigen Patientin gemalt. Der Verkauf kommt Sol y Vida zu gute.



noch mehr Bilder...
Noch mehr Bilder…




Blick nach Südosten, Quito im Rücken; Hinter der Hügelkette die Städte Cumbaya und Tumbaco ( siehe Busreise)




Blick nach Nordwesten auf Quito




Straßenzug













Sonntag, 3. Juli 2011
Tag in Quito
Heute war ich zum ersten Mal richtig in der Stadt unterwegs. Mit einem Stadtplan bewaffnet war die Orientierung ein Kinderspiel.
Allerdings kann man nicht behaupten, dass die neuen Stadtteile Quitos besonders schön sind: Im Gegenteil: Bis auf wenige Hotels ist alles sehr heruntergekommen.
Sehr interessant ist die Tatsache, dass jedes auch noch so kleine öffentliche Gebäude seinen eigenen Wachdienst (schwer bewaffnet) hat. Soviel zum Thema „Kriminalität in Quito“…
Als Fußgänger sich auf Quitos Straßen zu bewegen ist auch ein sehr interessantes Unterfangen: Zum Beispiel muss man sich die auf die Straße aufgemalten Zebrastreifen radikal wegdenken, denn die existieren in den Köpfen der Autofahrer (teilweise sogar in denen der Polizei !) einfach nicht.

Abgesehen von der Schönheit und Größe der Stadt erinnert Quito einen doch ein bisschen an Zermatt: Egal in welchem Teil der Stadt man sich befindet ist man von Bergen umgeben.
Anhand des Baumbewuchses, der sich bis jenseits der 3000 m Marke erstreckt, kann man das viel mildere Klima hier am Äquator erkennen. Das Klima ist in der Tat sehr angenehm: Viel Sonne, ab und zu Wolken (selten Regen) und das bei angenehmen Temperaturen um die 20 Grad. Idylle pur- könnte man meinen. Allerdings sind Katalysatoren oder besonders Rußpartikelfilter (die bei den vielen alten Bussen äußerst notwendig wären) hier leider noch nicht erfunden und so hält man sich nicht länger als nötig in den Hauptstraßen auf…

Langsam füllen sich hier die Zimmer in meiner Unterkunft: Mittlerweile wohnen hier zwei amerikanische und 2 schweizer Touristen- zum Glück kommen die Schweizer aus der deutschsprachigen Schweiz…

Hier der Link zur Website von meiner Gastfamilie:
http://www.ceciliarivera-hospedaje.com/index.php

Quito bei Nacht

Quito bei Nacht

billig aber effizient^^

einfach aber effektiv^^

Die Kinderkrebsklinik "Baca Ortiz"

Die Kinderkrebsklinik "Baca Ortiz" (das rote Gebäude)

Mittagessen mit Blick auf die zukünftige Arbeitsstelle

Mittagessen mit Blick auf die zukünftige Arbeitsstelle

nochmal Baca Ortiz

nochmal Baca Ortiz






Busfahren in Quito
Heute stand ein unspektakulär klingendes Unterfangen auf dem Plan, das sich aber später als sehr interessant herausstellen sollte: Eine Busfahrt ins 10 Kilometer entfernte Tumbaco.


Das Bus-System in Quito weist doch ein paar erhebliche Unterschiede zu Deutschland auf: Das fängt schon an der Haltestelle an, an der man einen Fahrplan oder Fahrkartenautomat vergeblich sucht. Somit beschwert sich auch keiner über irgendwelche Verspätungen- denn die gibt es nicht. Man nimmt einfach den nächsten Bus, der kommt. Dank der nicht vorhandenen Fahrkartenautomaten erspart man sich weiterhin das frustrierende Navigieren durch unverständliche Automaten-Menüs mit ihren diversen Preisklassen & Co- man steigt einfach ein. Wobei „einfach“ in 90 % der Fälle nicht der Wahrheit entspricht. Denn die Busse fahren generell mit offenen Türen, d.h. an jeder roten Ampel, im Stau oder wenn der Bus einfach nur langsam fährt, kann man ein-und aussteigen. Entsprechend wenige Haltestellen gibt es im Stadtgebiet. Und stehen an einer Haltestelle keine großen Menschenmassen oder ältere Leute, hält der Bus auch nicht an, sondern man muss sehen, wie man im Fahren in den Bus hineinspringt.

Das Bus- Personal besteht aus dem Fahrer und einem Kassierer.
Bezahlt wird dann erst beim Ausstieg. Dazu steigt man generell vorne aus und drückt dem Kassierer das Kleingeld in die Hand. Und man bezahlt in der Tat nur mit Kleingeld: Die Reise von Quito nach Tumbaco, die über eine halbe Stunde gedauert hat, hat mich weniger als einen $ gekostet.
Durch das geschickte System des Ein-und Aussteigens und dem enorm heißen Reifen, den die Fahrer fahren (auch wenn der Bus bis an die Oberkante voll ist), kommt man viel schneller an, als in Deutschland.

In Tumbaco haben wir dann noch einige Freunde der Gastfamilie besucht und dann ging es schon wieder Richtung Quito zurück.



Samstag, 2. Juli 2011
Anreise
Als sich der Flieger um kurz vor Mitternacht in Frankfurt in Bewegung setzte, gab es kein zurück mehr.
Der Flug gestaltete sich ungewöhnlich problemlos und so war man schneller als gedacht in Santo Domingo (leider mitten in der Nacht) und in Panama (leider in starkem Regen).

In Panama hatte ich dann 3 h Zeit, bis der Flug nach Quito weiterging. Und so schlappte ich mit meinem Handgepäck durch den Boardingbereich, bis ich das richtige Gate gefunden hatte (das sich in den nächsten 3 h allerdings 3 mal ändern sollte).

Allein das Handgepäck, bestehend aus Laptoptasche, Koffer und Umhängetasche wog um einiges mehr, als die zugelassenen 6 Kilo- was zum Glück niemanden interessierte.
Doch das Fliegen alleine hat so manche Tücken- spätestens wenn notgedrungen gewisse Orte aufsuchen muss, ist man gezwungen, einen Teil seines Handgepäcks im Wartebereich stehen zu lassen. In meinem Fall fiel die Entscheidung auf den Koffer, weil ich der Meinung war, dort wären nur ein paar Bücher und ne Hose drin (was sich im Nachhinein als falsch herausstellte, denn ich hatte unter der Hose ja die 250$ versteckt…).
Ich schob also den Koffer unter die Sitzbänke. Wenige Minuten später war ich wieder im Wartebereich zurück und es war passiert, was passieren musste- der Koffer war weg. Etwas verwirrt setzte ich mich an den Platz, unter den ich den Koffer geschoben hatte. Man sollte niemals denken „schlimmer kann es nicht kommen“, denn auf einmal sprach mich ein älterer Herr mit Vollbart an und wollte wissen, ob mir ein blauer Koffer gehöre. Ich wollte schon erleichtert fragen, wo er den Koffer denn hingestellt habe, da sagte er, dass der herrenlose Koffer von einem Spezialteam wegen einer Bombendrohung abgeholt worden war.
Bevor ich allerdings- nachdem einige Schrecksekunden verstrichen waren- in blinden Aktionismus verfallen konnte, fing der Herr so laut an zu lachen, dass sich das gesamte Terminal zu ihm umdrehte und er beförderte aus 5 Reihen hinter mir den Koffer wieder zutage.
So machte ich also Bekanntschaft mit einem Deutschen, der in Quito ebenfalls ein soziales Projekt für Kinder leitet.

Auch der Flughafen von Quito machte seinem Namen alle Ehre: Zum einen liegt er mitten in der Stadt zwischen tausende Meter hohen Bergen und gilt deswegen als einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt. Zum anderen ist die Landebahn abschüssig, weswegen er unter den Piloten als einer der schwierigsten gilt.
Alle diese Gründe und der starke Wind, der die Maschine im Anflug bedrohlich ins Schwanken gerieten ließ, waren die Ursache dafür, dass der Pilot das Flugzeug (als wir nur noch zehn Meter Luft unter dem Fahrgestell hatten) in einem bedrohlichen Manöver wieder hochzog. Das Problem dabei war nur, dass die schroffen Felsen viel schneller näher kamen, als die Maschine wieder an Höhe gewinnen konnte. Doch der Pilot, der die Turbinen bis kurz vor die Explosion trieb, schaffte es dann irgendwie doch, das Felsmassiv knapp zu überwinden.

Die Gastfamilie ist sehr nett und das Haus sehr stilvoll eingerichtet (leider liegt es, obwohl abseits vom Zentrum, in der Einflugsschneise von besagtem Flughafen (wie auch der Rest der Stadt^^)). Bisher habe ich, abgesehen von der Taxifahrt vom Flughafen hier her, von der Stadt selber nicht viel gesehen. Aber ich hoffe, das ändert sich noch im Laufe des Tages.
Sehr interessant zu erwähnen ist außerdem, dass die Stadt auf einer Höhe von 2800 m liegt, man aber von der Höhe glücklicherweise überhaupt nichts spürt (also von wegen Höhenkrankheit und so…).
Blick aus meinem Zimmer in Quito